Den Tisch hat mein Mann gebaut. Er hat sich mit dem Mittelfuß sehr bewährt, da man immer genug Beinfreiheit hat, egal an welcher Stelle man sitzt. Außerdem ist er ausziehbar für bis zu 16 Personen.
Vor fünf Jahren haben wir mit dem defekten Herd auch gleich die Arbeitsplatte und Spüle erneuert und einen neuen Boden verlegt.
Die Essecke hätte ich ihn der Zwischenzeit gerne umgestaltet. Der in die Küche ragende feste Tisch stört mich mittlerweile, zumal er in seiner Größe jetzt kaum noch gebraucht wird. Aber noch sträubt sich mein Mann dagegen, etwas zu ändern.
Die Deckenpaneele waren notwendig weil sich an der Decke seit Jahrzehnten ein großer Fettfleck befindet, den wohl eine Friteuse verursacht hat.
Die Küche ist Dreh- und Angelpunkt in unserem Haus, in der sich das Meiste Familienleben abspielt. Zumindest bis zum Auszug unserer Töchter. Seither ist es hier ruhiger. Aber kommt Besuch, halten sich die Gäste meist in der Küche auf.
Am meisten schätze ich an meiner Küche den direkten Zugang zur Terrasse und dem Garten. Bei schönem Wetter steht die Tür immer offen. Durch die östliche Ausrichtung, beginnt morgens der Tag auch immer mit Sonnenschein oder zumindest mit viel Licht.
Das teuerste war hier die Wolle für meinen geliebten Bettüberwurf. Die kostete fast dreimal so viel wie mein Bett vom Trödel. Das Nachtschränkchen stammt aus einer Haushaltsauflösung, das Paddel ist aus dem Müll gerettet, die Lampe wurde in den Kleinanzeigen verschenkt, die Glocke ist vom Flohmarkt, das Treibholz dazu ein Bodenseefund und der Teppich ein Reisemitbringsel des Flohmarktverkäufers aus den 70ern.
Für mich ergeben alle Stücke irgendwie ein harmonisches Ganzes. Ein Umfeld in dem ich mich wohl fühle und mich stets an die Geschichten, die zu den Dingen gehören die mich umgeben, erinnert. Das ist schön für mich und beweist, dass es auch ohne ständigen Megakonsum geht.
Vor 5 Jahren kam dann der Vinylboden dazu. Und als wir vor 3 Jahren, als Lockdown Projekt, den Teppich von der Treppe entfernt und die abgeschliffenen Stufen lackiert hatten, trat dieses intensive Rot der Rotbuche zutage, aus der die Treppe 1932 gebaut wurde. Dabei ahnten wir damals nicht, was für ein Schatz die Treppe verbirgt. Und irgendwie passt alles zusammen, als hätte es so sein sollen. ☺️